Themenfeld Jagd

Jagd als Bestandteil einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung

Problemstellung

Die Bedeutung eines dem Forstbetrieb dienenden Jagdbetriebes rückt in vielen Regionen zunehmend in den Fokus. Überhöhte Wildbestände bei Reh-, Rot- und Schwarzwild führen zu erheblichen Wildschäden und beeinträchtigen langfristig die Entwicklung stabiler, leistungsfähiger Wälder.

Für Waldbesitzende und Bewirtschafter stellt sich damit immer häufiger die Frage, ob bestehende Jagdstrukturen noch den heutigen waldbaulichen, ökologischen und wirtschaftlichen Anforderungen entsprechen.

Jagd und Waldbewirtschaftung im Spannungsfeld

In vielen Fällen steht das klassische Jagdpachtmodell im Widerspruch zu den Zielen einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Augenscheinlich attraktive Jagdpachteinnahmen gehen häufig mit überhöhten Wildbeständen und entsprechenden Verbiss- und Schälschäden einher.

Wissenschaftliche Untersuchungen beziffern die dadurch entstehenden Schäden im Wald auf etwa:

  • 30–50 Euro pro Hektar und Jahr beim Rehwild
  • 150–250 Euro pro Hektar und Jahr beim Rotwild

Dem gegenüber stehen durchschnittliche Jagdpachteinnahmen, die diese Schäden in der Regel nicht ausgleichen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen überhöhter Wildbestände liegen somit deutlich über den erzielten Pachterträgen.

Verantwortung und Handlungsspielraum der Waldbesitzenden

Als Jagdrechtsinhaber liegt die Organisation des Jagdbetriebes in den Händen der Grundeigentümer. Damit besteht zugleich die Möglichkeit, Jagdstrukturen so zu gestalten, dass sie den waldbaulichen Zielen dienen und langfristig zur Verbesserung der Ertragssituation beitragen.

Eine an den tatsächlichen Erfordernissen des Waldes ausgerichtete Jagd kann die Produktivität von Forstbetrieben deutlich steigern – häufig in einem Umfang, der weit über entgangene Jagdpachteinnahmen hinausgeht.

Alternative Jagdbetriebsmodelle

Angepasst an Betrieb, Fläche und Zielsetzung

Neben dem klassischen Pachtmodell existieren verschiedene alternative Formen der Jagdausübung, die eine stärkere Ausrichtung am forstbetrieblichen Erfolg ermöglichen. Denkbare Modelle sind unter anderem:

  • Klassisches Pachtmodell mit modifiziertem Pachtvertrag
    (z. B. Pachtreduzierung bei Nichterfüllung von Abschussvorgaben, Beteiligung an Wildschutzmaßnahmen)
  • Jagdausübung in Eigenregie
    mit oder ohne Anstellung eines Berufsjägers
  • Waldverpachtung inklusive Jagdausübungsrecht
  • Beteiligung der Jägerschaft am forstbetrieblichen Erfolg
  • Organisation über Jagdvereine
  • Ausweisung zusätzlicher Eigenjagdbezirke
  • weitere betriebsspezifische Lösungen

Beratung und Umsetzung

Wir beraten Waldbesitzende bei der Auswahl geeigneter Jagdbetriebsmodelle und unterstützen bei der praktischen Umsetzung der gewählten Struktur. Ziel ist stets eine Jagdorganisation, die den Wald stabilisiert, Schäden reduziert und den langfristigen Betriebserfolg stärkt.

Auf Wunsch ermöglichen wir die gemeinsame Besichtigung funktionierender Beispielbetriebe, um unterschiedliche Modelle praxisnah kennenzulernen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

FAQ

Häufige Fragen zum Themenfeld Jagd

Warum ist die Abstimmung zwischen Jagd und Waldbewirtschaftung so wichtig?

Wildbestände haben direkten Einfluss auf Waldentwicklung, Naturverjüngung und Stabilität der Bestände. Eine abgestimmte Jagd unterstützt die waldbaulichen Ziele und reduziert langfristig Schäden.

Unterstützt Schmitz Waldwirtschaft auch bei der praktischen Umsetzung?

Ja. Neben der Beratung begleiten wir die Umsetzung der gewählten Jagdstruktur und unterstützen bei der Organisation des Jagdbetriebes.

Welche Aufgaben verbleiben bei der Forstbehörde?

Hoheitliche Aufgaben verbleiben gemäß Bundeswaldgesetz kostenfrei bei der zuständigen unteren Forstbehörde (Forstamt).

Udo & Michael Schmitz –
Waldwirtschaft GmbH & Co. KG
Schneifelstr. 1
54597 Ormont

T. 06557/90094 -0
info@schmitz-waldwirtschaft.de

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